Muskelaufbau beim Pferd:
Eine praktische Anleitung

Hier findest du ​meine praktische Anleitung zum Muskelaufbau beim Pferd in 6 Schritten.

Egal ob dein Pferd jung oder alt ist, der Muskelaufbau beim Pferd funktioniert grundsätzlich immer gleich. Auch spielt es keine Rolle, ob dein Pferd am Oberhals, Rücken, Trapezmuskel, an der Kruppe oder Brust mehr Musk​eln braucht. Der Muskelaufbau beim Pferd folgt immer demselben System. Unterschiede gibt es lediglich in der indivuellen Anpassung des Systems. 

Bevor du mit dem Muskelaufbau beim Pferd und deinem Training beginnst: Stell dein Pferd auf geradem Untergrund vor eine Wand und mach von ihm ein Foto. So hast du ein Vergleichsbild für deinen Vorher-Nachher-Vergleich. Damit fällt es dir leichter zu bestimmen, ob du mit dem Muskelaufbau beim Pferd auf dem richtigen Weg bist. Wenn du dein Pferd nämlich regelmäßig siehst, fallen dir Veränderungen meist nicht so gut auf. 

1. Futterzustand ermitteln

Bevor du mit dem Muskelaufbau beim Pferd startest, musst du den Futterzustand deines Pferdes bestimmen. ​Nähere Details dazu, warum dies essentiell ist, findest du hier. Hierzu verwendest du am besten diese Anleitung zur Bestimmung des Futterzustandes. Es geht hierbei nicht um die ganz genaue Einteilung, sondern nur als ungefähre Richtschnur.

Ich gehe in der Folge von genau dieser Einteilung aus. Bitte nicht 1:1 auf andere BCS-Charts übernehmen, weil manche einer etwas anderen Einteilung folgen!

Wenn dein Pferd einen Body-Condition-Score von 1 bis 2 hat, ist es schlichtweg unterernährt​ und zu dünn. In diesem Fall braucht es erst mal definitiv Reitpause und eine drastische Futterumstellung ​für ​mindestens drei bis sechs Monate. Es ​macht absolut keinen Sinn, ein Pferd in diesem Zustand zu reiten. Geschweige denn, ein Training für den Muskelaufbau beim Pferd zu beginnen.

Bei einem BCS von 3 oder 4  kannst du grundsätzlich den Muskelaufbau beim Pferd in Angriff nehmen. Allerdings musst du hier ​aufpassen, dass der BCS durch das Training nicht schlechter wird und dein Pferd Muskeln abbaut. ​Wenn dein Training nämlich effektiv sein soll, wird dein Pferd mehr Energie verbrauchen als bisher. Wenn dein Pferd daher zu Beginn des Trainings schon etwas dünn ist, dann wird es durch das Training sogar noch dünner und Muskeln abbauen.

Ab einem BCS von 5 kannst du mit dem Training starten.

2. Futterplan erstellen für den Muskelaufbau beim Pferd

Das Pferd braucht für den Muskelaufbau ausreichend Eiweiß. Für das Training selbst muss das Pferd genügend Energie für die Arbeit haben. Für diese „Spritzigkeit“ braucht das Pferd Stärke (Kohlehydrate). Für die Erstellung deines individuellen Futterplans musst du zunächst die Nährwerte deiner Futtermittel bestimmen.


Eiweißbedarf bestimmen

Als erstes rechnest du aus, wie viel Eiweiß die Futterration deines Pferdes haben muss. Für den Muskelaufbau beim Pferd MUSS der Eiweißgehalt des täglichen Futters in kg bei 23 % pro 100 kg Körpergewicht des Pferdes liegen. ​

Beispiel: Ein 550 kg schweres Pferd benötigt daher mindestens (5,5 x 0,23 ) 1,265 kg Eiweiß pro Tag.

Jetzt schaust du, wie viel Eiweiß dein Pferd jeden Tag ​aufgrund seiner Haltungsbedingungen bekommt. Wenn dein Pferd ​ täglichen Weidegang auf einer Koppel mit mit mindestens 20 cm (zwei Handbreit) dauerhafter Wuchshöhe und qualitativ hochwertiges Heu ad libitum zur freien Verfügung hat, dann brauchst du dir über die Eiweißversorgung keine Gedanken machen. Sie ist dann in jedem Fall ausreichend.


Wenn dein Pferd jedoch überwiegend nur mit Heu gefüttert wird, ​musst du ​die Menge und die Qualität des Heus einschätzen:


​Dazu musst zur Fütterungszeit im Stall sein. Dann nimmst dann die ganze Heuration deines Pferdes und stopfst sie in ein (oder mehrere) Heunetze. Danach wiegst du das/die Heunetz(e) mit einer Federwaage ab. Anschließend notierst du dir, die jeweiligen Kilogramm und rechnest aus, wie viel Heumenge dein Pferd insgesamt pro Tag bekommt.

Im zweiten Schritt untersuchst du das Heu mit deinen Händen. Ist es sehr stengelig, picksig und eher grob anzufassen, dann liegt der Eiweißgehalt eher niedrig bei 8 bis 10 %. Ist das Heu eher blattreich, weich anzufassen und sieht noch „saftig“ aus, dann ist der Eiweißgehalt eher bei 10 bis 12%.

Nun rechnest du ganz einfach den täglichen Eiweißgehalt der Heuration deines Pferdes aus und notierst dir diesen Wert (du brauchst ihn später noch).


​Beispiel: Ermittelte Heumenge pro Fütterung: ca. 4 kg, ergibt sohin bei zwei mal täglicher Fütterung eine tägliche
Menge von ca. 8 kg Heu. Bei einem stengeligen, picksigen Heu liegt der Eiweißgehalt daher zwischen 640 und 800 g Eiweiß täglich. Bei einem weichen, feinen Heu liegt der Eiweißgehalt zwischen 800 und 960 g Eiweiß täglich.

Es geht hier nicht um ganz genaue Zahlen und Werte. Für diese bräuchtest du ohnehin ganz genaue Analysen des Heus und das ist meist zu aufwändig und kostenintensiv . ​ ​Die erhobenen Daten dienen dazu, dass du eine Richtschnur hast.


Stärkebedarf bestimmen


​Für die Leistung und Arbeitswilligkeit des Pferdes brauchst du Kohlenhydrate. Diese bekommt das Pferd über
​Kraftfutter. Nachdem die meisten Pferde Hafer als Kraftfutter bekommen, bespreche ich hier wie du vorgehst beim Hafer. Pauschal kannst du dich ​an der Standard-Empfehlung von ungefähr 0,5 kg (nicht Liter!) Hafer pro 100 kg Körpergewicht orientieren.

​Beispiel:

Ein 550 kg Pferd brächte nach dieser Rechnung 2,75 kg Hafer pro Tag. Zur Bestimmung des Stärke- und Eiweißgehalts des Hafers musst du wieder zur Fütterungszeit im Stall sein. Auch hier nimmst dann die ganze Haferration deines Pferdes und wiegst sie in einem Gefäß mit einer normalen Küchenwaage ab. Anschließend notierst dir den Wert und berechnest, wie viel Kraftfutter dein Pferd pro Tag bekommt.

Im zweiten Schritt untersuchst du den (ganzen! nicht gequetschten) Hafer: Du stellst einen Messbecher mit einem
Liter Fassungsvermögen auf eine normale Küchenwaage. Dann füllst du die Haferration deines Pferdes in diesen
Messbecher auf der Küchenwaage bis ein Liter voll ist. Das von der Waage angezeigte Gewicht notierst du dir ebenfalls.
Wenn die Haferration deines Pferdes nicht für einen ganzen Liter ausreicht, dann ist es am einfachsten, wenn du dir einfach die noch fehlende Menge (vom Stallbetreiber) organisierst und dann erst den Wert abliest. Ansonsten musst du die vorhandene Menge hochrechnen auf das Litergewicht.


​Anschließend musst du die Qualität des Hafers beurteilen. Liegt das Litergewicht unter 400 Gramm, ist der Hafer wenig wertvoll und der Eiweißgehalt liegt eher bei 9 % und auch der Stärkegehalt wird keine 40 % erreichen. Das Litergewicht zwischen 450 bis 500 Gramm ist ​durchschnittlich. Ein Litergewicht über 500 Gramm ist sehr gut und liegt der Eiweißgehalt des Hafers hier meist bei ca. 12% und der Stärkegehalt bei 40 %.

Wenn dein Hafer ein Litergewicht unter 400 g hat musst du die Menge von 0,5 kg pro 100 kg Körpergewicht etwas erhöhen. Wenn dein Hafer ein Litergewicht von über 500 g hat, dann musst du die Referenzmenge von 0,5 kg pro 100 kg Körpergewicht etwas verringern. Insgesamt ist es jedoch jedenfalls empfehlenswerter weniger Hafer von einer sehr guten Qualität zu füttern, als eine schlechte Qualität durch große Mengen auszugleichen. 

Nun rechnest du ​den Eiweiß und Stärkegehalt ​deiner täglichen Kraftfutterration aus.

Beispiel:

Ermittelte Kraftfuttermenge pro Fütterung: ca. 0,5 kg, ergibt sohin bei zwei mal täglicher Fütterung eine tägliche Menge von ca. 1 kg Hafer. Bei einem Litergewicht des Hafers von ca. 400 g liegt der Eiweißgehalt daher ungefähr bei 0,09 kg Eiweiß täglich. Der Stärkegehalt liegt bei ungefähr 30 % und ergibt sohin ca. 0,3 kg Stärke pro Tag.

Bei einem Litergewicht ​ von ca. 500 g liegt der Eiweißgehalt ungefähr bei 0,12 kg Eiweiß täglich. Der Stärkegehalt liegt in diesem Fall bei ca. 38 % und entspricht dies ca. 0,38 kg Stärke pro Tag.

​​​Individueller Futterplan für Muskelaufbau beim Pferd


Es ist nie sinnvoll, die Fütterung des Pferdes an dem zu orientieren, was andere machen. Andere Pferde haben andere Voraussetzunge. Das eine wird viel geritten, das andere wenig. Das eine ist groß, das andere ist klein. Du kommst deshalb um eine individuelle Fütterung deines Pferdes nicht herum. Um ein Gefühl für die Futtermengen und deren Energiegehalt zu bekommen waren die vorherigen Berechnungen unbedingt notwendig. Nun müssen diese allerdings in der Praxis ausprobiert werden. An dieser Stelle kommt nun der Futterplan ins Spiel. Er sorgt dafür, dass für dich objektiv nachvollziehbar ​wird, wie dein Pferd die einzelnen Futtermittel verwertet. 

​Der Schlüssel zum Erfolg liegt nur in der richtigen Herangehensweise:

Du weißt jetzt, wie viel Eiweißbedarf dein Pferd für den Muskelaufbau ungefähr benötigt. Ebenso weißt du, wie viel Eiweiß dein Heu ungefähr liefert. Weiters hast du ausgerechnet, wie viel Eiweißgehalt deine Kraftfutterration Hafer ungefähr hat. Jetzt ziehst du vom gesamten Eiweißbedarf deines Pferdes (in Gramm) den Eiweißgehalt des Heus und des Hafers ab. Bei der Rechnung erhältst du dann entweder einen Eiweißüberschuss oder ein Eiweißdefizit.


Beispiel​:

Ein 550 kg schweres Pferd benötigt für den Muskelaufbau ​mindestens (5,5 x 0,23 ) 1,265 kg (1.265 g) Eiweiß pro Tag. Es bekommt eine Heumenge pro Fütterung von ca. 4 kg. Das ergibt sohin bei zwei mal täglicher Fütterung eine tägliche Menge von ca. 8 kg Heu. Das Heu ist eher stengelig und liegt die Eiweißmenge daher ungefähr zwischen 640 und 800 g Eiweiß täglich. Zusätzlich bekommt unser Beispielpferd 2,75 kg Hafer pro Tag. Der Hafer hat ein Litergewicht von ca. 400 g und liegt deshalb der Eiweißgehalt ungefähr bei 248 g pro Tag.

1.265 g Eiweiß Tagesbedarf – 640 g Eiweiß aus Heu – 248 g Eiweiß aus Hafer = 416 g
1.265 g Eiweiß Tagesbedarf – 800 g Eiweiß aus Heu – 248 g Eiweiß aus Hafer = 217 g


Ergebnis:  

In diesem Beispiel haben wir ein Eiweißdefizit zwischen 416 und 217 g. Was in Gramm so wenig klingt ist aber in Wirklichkeit sehr viel – das sind zwischen 33 und 17 % des täglichen Eiweißbedarfes, das dem Pferd für den Muskelaufbau fehlt!

Um dieses Eiweißdefizit ausgzugleichen genügt es NICHT, ein Zusatzfuttermittel für den Muskelaufbau von ein paar Gramm zu füttern. Es ist absolut nicht dramatisch, wenn das Pferd eine zeitlang im Defizit ist. Wenn dein Pferd aber über einen Zeitraum von mehreren Wochen oder gar Monaten ständig ein Defizit hat, summiert sich dieser Eiweißmangel. Dein dein Pferd wird dadurch Muskulatur abbauen oder eben einfach keine neue Muskeln aufbauen.


​Um dieses Eiweißdefizit auszugleichen hast du mehrere Möglichkeiten. Es hängt von ​den individuellen Haltungsbedingungen deines Pferdes ab, was für dich am praktikabelsten ist.


WEIDEGANG ERHÖHEN

Am einfachsten und kostengünstigsten ist es, den Weidegang auf mehrere Stunden zu erhöhen. Dabei soll jedoch auf der Koppel jedoch auch tatsächlich ausreichend Gras vorhanden sein (mindestens 2 handbreit hoch). Selbst ein halbstündiges Grasen lassen deines Pferdes nach dem Reiten in üppigem Gras kann ebenfalls schon helfen, dieses Eiweißdefizit etwas auszugleichen und den Muskelaufbau Pferd zu fördern.

HEUQUALITÄT/-MENGE ERHÖHEN

Die zweite Möglichkeit ist, bessere Heuqualität zu verfüttern und oder/die Heumenge zu erhöhen (wichtig ist bei Erhöhung der Heumenge, dass das Pferd das Heu dann aber auchtatsächlich frisst und nicht nur in der Box verstreut – hierbei helfen manchmal Heunetze).

LUZERNE- ODER CRASCOBS FÜTTERN

Die dritte Möglichkeit besteht darin, zusätzlich zum Heu aufgeweichte Luzerne- oder Grascobs zu füttern. Diese haben einen höheren Eiweißgehalt und können auch in größeren Mengen gefüttert werden. Bei einem geringen Eiweißdefizit reicht hier meist schon ein ½ Liter Trockenmenge aus (aber unbedingt vorher mit 3x soviel Wasser aufweichen! – ansonsten besteht Schlundverstopfungsgefahr!).

HAFERMENGE ERHÖHEN

Die vierte Möglichkeit besteht darin, die Hafermenge etwas (!) anzuheben. Dabei sollte aber definitiv nie mehr als 1,5 kg pro Mahlzeit verfüttert werden . Für die Verdauung ist es jedoch besser die Hafermenge auf möglichst viele kleine Gaben aufzuteilen. Den Grund dafür findest du hier. Hafer ist wegen seines realtiv geringen Eiweißgehaltes und der Verdauungsproblematik bei größeren Mengen daher NICHT geeignet ein großes Eiweißdefizit in der Futterration auszugleichen.

ZUSATZFUTTERMITTEL?

Zusatzfuttermittel (mit Algen, Mais oder besondern Aminosäuren) bringen an dieser Stelle (noch) nichts für den Muskelaufbau. Von Zusatzfuttermitteln werden meist nur wenige Gramm gefüttert. Bei einem größeren Eiweißdefizit reichen diese geringen Mengen unterm Strich einfach nicht aus. Ebenso ist ein Doping mit Anabolika ohne ein entsprechendes Training und die richtige Grundversorgung mit Eiweiß wirkungslos. Ein Muskelaufbau ​lässt sich auch opingfrei einfach durch eine gute Grundversorgung und sinnvolles Training erreichen.

3. Sattelpassform überprüfen

Für einen möglichst schnelle​n Aufbau der Rückenmuskeln (inbesondere Trapezmuskel) ​muss der Sattel dem ​Pferd und auch dem Reiter ​passen. Für den Muskelaufbau werden an einen Sattel nur ganz rudimentäre Anforderungen gestellt.

 

​Was ist die richtige Kopfeisenweite für den Muskelaufbau beim Pferd?

​Zunächst ​musst du überprüfen, ob der ​Kopfeisenweite parallel zumSchulterblattwinkel steht. ​

Dazu nimmst du laut Jochen Schleese ein Stück Kreide und markier​st zuerst auf jeder Seite deines Pferdes die breiteste Stelle der Schulter mit einem geraden Strich nach unten. Als nächstes suchst du den Schulterblattknorpel. An dessen Ende ​machst ​du ebenfalls einen geraden Strich nach unten. Danach nimmst du deinen Sattel und hebst das Sattelblatt auf.

Am vorderen Ende des Sattels findest du ​​ein hartes Metallteil. Das ist das Ende des Kopfeisens. Nun machst du genau auf Höhe dieses Kopfeisens entlang der Vorderseite des Sattels (auf der Kissenvorstoßrolle) einen senkrechten Strich nach unten.

Anschließend legst du deinen Sattel ohne Satteldecke auf den Hals deines Pferdes. Danach wird er soweit zurückgeschoben, bis er hinter dem zweiten Strich liegt. ​

Jetzt nimmst du eine Gerte und stellst ​dich direkt vor die Brust deines Pferdes (mit Blick Richtung Kruppe). Dann legst du die Gerte direkt auf den ersten senkrechten Strich. Wenn die Gerte und die Kreiden-Markierung auf dem Sattel parallel verlaufen, ​ist der Kopfeisenwinkel des Sattels in Ordnung.

​Wenn der Winkel nicht passt, musst du den Sattel von einem Sattler ändern lassen. Manche Sattler passen den Kopfeisenwinkel an die schmalste Stelle hinter dem Schulterblatt an. Dadurch ​rutscht der Sattel nicht ​​so leicht nach vorne. Allerdings kann ​das Pferd dadurch auch seine Rückenmuskulatur ​nicht ​richtig gebrauchen ​keine Muskulatur am Trapezmuskel aufbauen.

Ebenso gibt es ​Sattelverkäufer, die das Kopfeinen asymetrisch an die Schiefe des Pferdes anpassen. Die Idee ist grundsätzlich gut. Ich hatte selbst so einen Sattel der Marke Schleese. Das Problem dabei ist, dass vom Sattel ​dann unrichtige Informationen übertragen ​werden. So fühlt sich dann oft ein schiefes Pferd für den Reiter gerade an . Es ist also einbisschen Selbstbetrug und für den Muskelaufbau beim Pferd nicht ​förderlich.


Welche Polsterung braucht der Sattel für den Muskelaufbau beim Pferd?

​Als nächstes musst du die Polsterung​ überprüfen. Dazu legst du den Sattel auf einen Tisch oder mit einer
Unterlage auf den Boden und drehst ihn um. Danach fährst du mit beiden Händen ganz leicht über die Kissen.
Dabei solltest du merken, dass der Sattel ungefähr in der Mitte, eine leichte Kuhle hat und das Kissen dort etwas weicher ist. Diese Kuhle entsteht, weil das Pferd durch das Anspannen des Trapezmuskels die Polsterung mit der Zeit wegdrückt. Diese Weichheit braucht das Pferd laut Eberhart Weiß über dem Trapezmuskel, damit sich der Muskel praktisch in das Kissen hineinwölben kann, wenn er sich anspannt.

Dahinter sollte die Polsterung dann etwas fester sein und ebenso vorne, aber keinesfalls knüppelhart und knotig. Zudem müssen die Kissen auch rechts und links gleich gepolstert sein. Ansonsten bekommst du – wie beim asymetrischen Kopfeisen vom Sattel ein falsches Gefühl vermittelt. Wenn dein Sattel anders gepolstert ist, musst du ihn von einem kompetenten Sattler entsprechend umpolstern lassen.

Wie muss der Sattel dem Reiter passen?

​Zuletzt musst du noch die Bewegungsfreiheit​ des Sattels für dich als Reiter feststellen. Nachdem der Muskelaufbau Pferd ein Reiten im effektiven leichten Sitz voraussetzt, benötigst du einen Sattel, der dich in diesem Sitz nicht einschränkt.

Zur Überprüfung setzt du dich in deinen Sattel und stell dir die Bügel kurz genug für den effektiven leichten Sitz. Danach schaust du ob du den effektiven leichten Sitz in deinem Sattel einnehmen kannst. Am einfachsten ist der effektive leichte Sitz natürlich in einem Springsattel mit möglichst flachem Sitz einzunehmen.

Allerdings bin ich auch schon in einigen Dressursätteln (auch mit relativ tiefem Sitz) gesessen und konnte den effektiven leichten Sitz problemlos einnehmen. Es kommt ​immer ein wenig drauf an, wie der Sattel konkret geschnitten ist, die Sitzgröße und vor allem, wie gut du als Reiter das Defizit des Sattels durch deine eigene Körperbeherrschung ausgleichen kannst. Wesentlich ist dabei besonders bei einem Dressursattel, ob du deinen Hintern trotz des ansteigenden Efers möglichst am Sattel halten kannst, ohne dass dir dich der Hinterzwiesel nach vorne stößt.​

​4. Effektiver leichter Sitz und Hilfen für den Muskelaufbau

Das Muskelaufbautraining funktioniert am schnellsten und besten im effektiven leichten Sitz. In diesem Sitz kannst du dein Pferd optimal beim Muskelaufbau ​unterstützen. Du findest hier auf Youtube eine wirklich sehr gute Anleitung von
Rolf Becher, in dem er diesen Sitz erklärt und auch Übungen zum Erlernen dieses Sitzes vorstellt.


Zusammengefasst kommt es dabei auf folgendes an:
Bügeltritt, Knie und Ellbogen bilden eine Linie. Das Knie liegt fest am Sattel an, der Oberkörper wird weiter nach vorne (in die Bewegungsrichtung) geneigt. Der Hintern bleibt aber AM Sattel und wird NICHT in die Höhe gestreckt. Die Sache mit dem Hintern ist das wesentlichste und unterscheidet den effektiven leichten Sitz vom normalen leichten Sitz. Bei diesem wird ​meist einfach nur der Hintern aus dem Sattel genommen. Dadurch wird der Sitz des Reiters instabil.

​Die Hilfen für das Pferd sollten so signalhaft wie nur möglich sein. Also ganz simpel: Zügel bedeutet Bremse, Schenkel und Gerte bedeuten vorwärts. Kein permanentes Schwämmchen audsdrücken oder Paraden geben oder Treiben. Es geht hier NICHT um klassisches „Dressurreiten“ mit permanenter Kontrolle jeder Bewegung, sondern darum, dass
das Pferd selbständig Ganzkörpertraining absolviert. ​Je einfacher die Signale für das Pferd, desto schneller versteht es die konkreten Übungen. Je komplizierter die Hilfen für das Pferd sind, desto mehr muss es denken und desto weniger wird es den notwendigen 100%ig Körpereinsatz zeigen, der für den Muskelaufbau beim Pferd notwendig ist.


Du brauchst auch keine Angst haben, dass dein Pferd dadurch das Dressurreiten verlernt. Im Gegenteil. Meistens verstehen die Pferde danach die Dressur​reithilfen sogar besser.

Wie bekomme ich das Pferd vorwärts?

Die Hilfen für das Vorwärtsgehen haben (in jeder Reiteinheit) immer einen stufenweisen Aufbau. Die Gerte bringt das Pferd an den Schenkel, der Schenkel bringt das Pferd an das Kreuz. Für das Reiten im effektiven leichten Sitz (und zum Springen und im Gelände sowieso) eignet sich die Springklatsche besser als die lange Dressurgerte. Alternativ zur Wade kannst du auch dein „Kreuz“ verwenden. Das kannst du vorher im Sitzen auf einem Stuhl ausprobieren
wie folgt:

Setzt dich auf einen Stuhl. Dann spannst du einen Rumpf an ( fest „grrrr“ machen). Nun atmest du einmal kräftig stoßweise aus. Wenn du es richtig machst, dann „schießen“ beim Ausatmen deine Oberschenkel (und Knie) plötzlich ein kleines Stück nach „vorne“ und das wirkt ebenfalls vorwärtstreibend auf dein Pferd.

Wie bremse ich mein Pferd?

Die Hilfe fürs Bremsen ist ganz rudimentär der Zügel. Im effektiven leichten Sitz ist das Zügelmaß viel kürzer und dadurch ist es auch viel leichter eine „ständig leichte“ Verbindung zu halten, ohne dass der Zügel schlackert oder sich
das Pferd auf den Zügel legt. Zum Bremsen hältst du also verbindung mit beiden Zügeln, gibst wiederholt Zügelhilfen jedoch nur an einem Zügel. Diese eine Zügelhilfe darf im Bedarf auch etwas kräftiger sein – das Pferd muss nämlich lernen, dass ein Zügelanzug immer zu einer Verlangsamung des Tempos führen muss!

Wichtig für dich als Reiter: Ein Pferd, das stark vorwärts soll (und kann meistens auch) nicht sofort angehalten werden,
sondern muss sich über ein paar verlangsamende Tritte auslaufen. Deshalb benötigst du zum Bremsen auch mehrere
kurze Zügelanzüge und eine vorausschauende Reitweise.

Wie lenke ich mein Pferd?

Im effektiven leichten Sitz ist es erstaunlich leicht dein Pferd „am Schenkel“ zu reiten. Für das Lenken benötigst du nur das Zügeldreieck mit außen am Hals anliegenden Zügel und nach innen öffnendem Zügel. Bitte keine Paraden vorm abwenden geben um das Pferd nach innen zu stellen. Dadurch verbiegt sich das Pferd meistens nur im Hals, was für den Muskelaufbau nicht erwünscht ist.

5. Trainingsplan erstellen

Dein Trainingsplan ​für den Muskelaufbau muss aus einem sinnvollen Ganzkörpertraining bestehen. Hierzu ​brauchst du ​4 ​Bausteine:


Baustein I – frisches Vorwärts im Gelände
Baustein II – einfache Dressur auf E/A Niveau
Baustein III – einfaches Springen (Cavaletti bzw. E/A Niveau)
Baustein IV – Schrittausritte mit unterschiedlichen Bodenverhältnissen

​​Diese 4 Bausteine verteilst du nun auf die 7 Tage der Woche. Dabei musst du beachten, dass immer ein Ruhetag dazwischen ist. ​


6. Das Training


Baustein I – Vorwärts im Gelände für den Muskelaufbau Pferd

​In dieser Einheit geht es darum, das freie Vorwärts des Pferdes zu fördern. Dadurch wird in erster Linie die Ausdauer des Pferdes gefördert. Weiters wird durch die kurzen aber inteniven Belastungen die Muskulatur des Pferdes inbesondere in der Hinterhand beansprucht. Dieses freie vorwärtsreiten im Gelände ist – je nach Länge und Intensität – für ein Pferd sehr kräfteraubend, aber äußerst effektiv für den Muskelaufbau Pferd. Durch die „Sprints“ und auch das ausdauernde, langanhaltende
Laufen werden beim Pferd die Glykogen-Speicher in der Muskulatur aufgebraucht und es dauert (individuell
verschieden) zwei bis 3 Tage, bis diese wieder vollständig aufgefüllt sind. Aus diesem Grund soll auf diesen Baustein
auch ein Pausentag bzw. nur eine ruhige Einheit am nächsten oder übernächsten Tag folgen.

Vorbereitung

Such dir in deinem (üblichen) Ausreitgelände eine möglichst lange Strecke, die möglichst flach (oder ganz leicht ansteigend) und viel geradeaus verläuft. Es sollten auch ​keine viel befahrenen Straßen in der Umgebung ​sein. Die Strecke sollte vom Boden her so beschaffen sein, dass du möglichst lange durchehend im flotten Trab und Galopp reiten kannst – also am besten Wiesen- oder Landwirtschaftswege (mit grünem Mittelstreifen).

Wenn du eine geeignete Strecke gefunden hast, geh mit deinem Pferd spazieren und schau, wie lange du im flotten (!) Schritt gehen musst um zu dieser Strecke zu kommen (es sollten mindestens 10 Minuten sein). Schau auch gleich, ob du in dieser Umgebung irgendwo eine Aufstiegsmöglichkeit (Baumstamm, Holzbank, usw.) findest. Danach joggst du gemeinsam mit deinem Pferd in langsamem Tempo diese Strecke ab und schaust wie lange du im langsamen Jogging-Tempo für diese Strecke mit deinem Pferd brauchst. Es macht nichts, wenn das Pferd hierbei langsam und schlurfig läuft. Es geht nur darum, dass du selbst duchs joggen ein Gefühl für den Boden und die Zeit bekommst. Nebenbei wird dein Pferd so auch ​an die Umgebung gewöhnt.

Erster Monat

Du führst dein Pferd im flotten (!) Schritt mindestens 10 Minuten bis zu deiner Strecke. Danach steigst du auf und trabst
dein Pferd gleich an. Du lässt es im effektiven leichten Sitz mit kurzen Zügeln (aber leichter Verbindung!) die ersten 2
Minuten einfach so laufen wie es mag. Nach diesen ​2 Minuten steigst du ab und führst dein Pferd für 5 Minuten im flotten Schritt. Danach steigst du wieder auf und trabst wieder an. Dieses mal, forderst du aber gleich von Anfang an ein flotteres Tempo (notfalls mit der Gerte) und lässt es in diesem flotteren Trab-Tempo für ​2 Minuten laufen.  Danach
wieder absteigen und 5 Minuten flott Schritt führen.

Wenn ​dein Pferd vor den ​2 Minuten langsamer wird, parierst du durch, steigst ab und führst für 5 Minuten. Es ist für den Muskelaufbau ​unbedingt wichtig, dass sich dein Pferd ​in diesen ​2 Minuten im flotten Trab wirklich anstrengt und
wirklich vorwärts geht. Deshalb lieber konsequent für den kurzen Zeitraum ein höheres Tempo fordern.

Diese Vorgehensweise (​2 Minuten flott Traben, 5 Minuten ​Schritt führen) behältst du je nach Kondition deines Pferdes für ca. eine halbe bis eine Stunde bei. Anschließend führst du dein Pferd wieder im flotten Schritt zurück in den Stall.


In den folgenden 3 Wochen erhöhst du die Trabarbeit jede Woche um 1 Minute. Die Pausenzeiten bleiben gleich. Wichtig ist immer, dass die erste ​2-Minuten-Trabeinheit das Pferd so (langsam) anfangen kann, wie es mag. Du wirst sehen, das dein Pferd relativ schnell von sich aus gleich ein höheres Trabtempo anbieten wird. Solange es im Trab bleibt ist das völlig ok.

Zweiter Monat


Du führst dein Pferd im flotten (!) Schritt mindestens 10 Minuten bis zu deiner Strecke. Danach sitzt du wieder auf und
lässt dein Pferd wieder gleich antraben. Normalerweise sollte dein Pferd nach dem ersten Monat jetzt schon deutlich flotter Antraben und von selbst „vorwärts“ vollen. Nun lässt du dein Pferd so lange in seinem flotten Trabtempo laufen bis es von selber langsamer wird (oder du eben aufgrund der Umgebung durchparieren musst). Sobald es von selbst langsamer wird, parierst du durch und führst es im flotten Schritt zurück in den Stall. Sollte dein Pferd nicht von selb​​​er langsamer werden, parierst du dein Pferd nach ​10 Minuten flotter Trabarbeit durch und führst es im flotten Schritt
zurück in den Stall.

Dritter Monat

Du führst dein Pferd im flotten (!) Schritt mindestens 10 Minuten bis zu deiner Strecke. Danach steigst du auf und galoppierst dein Pferd gleich an. Du lässt es im effektiven leichten Sitz mit kurzen Zügeln (aber leichter Verbindung!) die erste Minuten einfach so galoppieren wie es mag und parierst dann durch. Nach ​dieser einen Minute steigst du ab und führst dein ​Pferd für ​2 Minuten im flotten Schritt. Danach steigst du wieder auf und galoppierst wieder ​für eine Minute. Wenn es vor ​dieser Minuten langsamer wird, parierst du durch, steigst ab und führst für ​2 Minuten. Diese Vorgehenswiese (​1 Minute​ Galopp, ​2 Minuten Schritt führen) behältst du für ca. eine halbe bis eine Stunde bei und führst danach dein Pferd wieder im flotten Schritt zurück in den Stall.


​Aus Sicherheitsgründen darfst du nicht wie beim Trab gleich ein volles Tempo im Galopp verlangen! Im Gelände steht Sicherheit an oberster Stelle. Deshalb soll das Pferd zuerst lernen, in kurzen Repriesen zu galoppieren und sich definitiv auch im Galopp bremsen zu lassen. Damit das Pferd ​nach dem Galoppieren wirklich abschaltet, muss im Zweifel die Schrittpause auch verlängert werden und zwar so lange, bis das Pferd wieder ruhig im Kopf ist und nicht mehr an
​galoppieren denkt.

Wenn diese Pausen nicht eingehalten werden, wirken diese Schritt-Galopp-Übergänge auf das Pferd sehr aktivierend und es heizt sich leichter auf.

Vierter Monat

Du führst dein Pferd im flotten (!) Schritt mindestens 10 Minuten bis zu deiner Strecke. Danach sitzt du wieder auf und
lässt dein Pferd wieder gleich angaloppieren. Normalerweise sollte dein Pferd nach dem ersten Monat jetzt ruhig
angaloppieren. Du lässt nun dein Pferd so lange in seinem ruhigen Galopptempo laufen bis es von selber langsamer wird (oder du eben aufgrund der Umgebung durchparieren musst). Sobald es von selb​er langsamer wird, parierst du durch und führst es im flotten Schritt zurück in den Stall. Sollte dein Pferd nicht von selb​er langsamer werden, parierst
du dein Pferd nach ​10 Minuten ruhiger Galopparbeit durch und führst es im flotten Schritt zurück in den Stall.

Fünfter Monat

Du führst dein Pferd im flotten (!) Schritt mindestens 10 Minuten bis zu deiner Strecke. Danach sitzt du wieder auf und
lässt dein Pferd wieder gleich angaloppieren. Nun lässt du dein Pferd jedoch von Anfang an etwas flotter galoppieren.
Du lässt nun dein Pferd so lange in seinem flotten Galopptempo laufen bis es von selber langsamer wird. Sobald es von selb​er langsamer wird, parierst du durch und führst es im flotten Schritt zurück in den Stall. Sollte dein Pferd nicht von ​langsamer werden, parierst du ​es nach ​10 Minuten ​Galopparbeit durch und führstes im flotten Schritt zurück in den Stall.

Sechster Monat

Nach 5 Monaten Training kannst du nun im sechsten Monat anfangen in den Schrittpausen zu reiten und musst nicht mehr absteigen um zu führen. Dann legst du gleich am Anfang eine Galoppphase (flottes Tempo) von ​3 Minuten ein. Dann folgt eine Schrittpause von ​5 Minuten am möglichst langen Zügel (damit sich dein Pferd strecken kann). Nun kommt eine flotte Trabphase von 5 Minuten, danach ebenfalls wieder für 5 Minuten Schritt am möglichst langen Zügel.
Anschließend lässt du dein Pferd im flotten Tempo so lange galoppieren bis du merkst, dass es von selb​er langsamer wird, maximal jedoch 10 Minuten. ​Danach parierst du durch und lässt es wieder 5 Minuten Schritt gehen. ​Nun kommt noch eine ​ruhige Trabphase von 5 Minuten am möglichst lagen Zügel (damit sich das Pferd
strecken kann). ​Schlussendlich steigst du wieder ab und führst dein Pferd im Schritt nach Hause. ​

Diese Abfolge von Schritt, Trab, Galopp kannst du ​jede Woche ein wenig verändern. Wichtig ist jedoch, dass nach
einer flotten Trab oder Galoppeinheit immer wieder eine Ruhephase von mindestens 5 Minuten im Schritt eingehalten
wird (vor allem auch für den Kopf, damit es sich nicht aufheizt).

Baustein II – ​Dressur auf E Niveau ​

Für den Muskelaufbau Pferd geht nicht um perfektes Dressurreiten sondern um die absoluten Basics. Deshalb gibt
es auch keine ständigen Paraden und das Pferd muss auch nicht permanent „durchs Genick“ oder „am Zügel“ gehen. Es geht nur darum, dass das Pferd lernt möglichst selbständig mit möglichst minimalen Hilfen zu wenden, zu
bremsen und die Gangart zu wechseln.

Erster Monat

Du baust dir mit Pylonen-Tore folgendes auf :

Muskelaufbau Pferd: Übung Zirkel und Ganze Bahn

Muskelaufbau Pferd: Übung Zirkel und Ganze Bahn

Die roten Punkte sind Pylonen​ haben einen Abstand zum Durchreiten von 4 Füßen (Schuhgröße 37). ​Der Reitplatz muss ein Verhältnis von 1:2 oder 1:3 aufweisen. Die Standardgrößen von 20 x 40 und 20 x 60 erfüllen dieses Verhältnis.

Bei einem solchen Verhältnisse können Zirkel wirklich rund geritten werden und entfalten so ihre gymnastische Wirkung. Du musst dir daher wirklich die Mühe machen und die Pylonentore genau aufbauen und die Aufbauten auch von verschiedenen Seiten kontrollieren. Oftmals wird dich nämlich dein Auge täuschen und aus einer anderen Perspektive passen die Tore dann nicht. Dies wird sich auch beim Reiten störend auswirken.

Du führst dein Pferd zunächst 10 Minuten im flotten Schritt. Danach steigst du auf. Dein Start- und ​Zielpunkt ist immer C. Du startest nun also bei C im Trab und reitest 1 Runde auf der linken Hand ganze Bahn im möglichst flotten
Trab-Tempo. Runde die Ecken so viel ab, dass du praktisch auf der Zirkellinie durch die Ecken reitest. Lass dein Pferd möglichst am langen Zügel gehen. Versuche nicht den Kopf durch Paraden oder Schwämmchen ausdr​ücken nach unten zu spielen. Dein Pferd soll wie von selber laufen, so wie im Gelände. Du wirst merken, dass dein Pferd mit der Zeit
anfängt die Pylonen-Tor richtig anzusteuern.

Nach zwei Runden ganze Bahn auf der linken Hand, parierst du bei C durch, steigst ab und führst dein Pferd eine Runde Ganze Bahn im Schritt zur Erholung. Danach steigst du bei C wieder auf und wiederholst das Ganze auf der rechten Hand (2 Runden ganze Bahn). Anschließend steigst du bei C wieder ab und führst dein Pferd wieder
eine Runde Ganze Bahn im Schritt. 
Nun startest du wieder bei C auf der linken Hand, gehst auf die Ganze Bahn und bei A auf den Zirkel 1 x herum und anschließend wieder ganze Bahn bis zu C. Danach führst du wieder eine Runde ganze Bahn im Schritt. Dann wiederholst du das ganze auf der rechten Hand und legst ​wieder eine „Pause-Runde“ ab C ein. 

Für die nächste Übungsabfolge startest du wieder bei C, gehst auf der linken Hand ganze Bahn und reitest dann 2 Runden auf dem Zirkel bei A und anschließend wieder weiter zu C. Bei C gibt’s wieder eine Schritt-Runde führen und danach machst du die Übung nochmal auf der rechten Hand.

Nach einer Schritt-Pause-Runde startest du wieder linke Hand bei C und gehst ganze Bahn. Bei A gehst du auf den Zirkel einmal 1,5 x herum, bei X (durchs Pylonen-Tor) wechselst du dann aus dem Zirkel und reitest den unteren Zirkel bei C 1,5 x herum, und reitest dann (auf der rechten Hand) wieder zu C und legst eine Schrittrunde mit führen ein.

Danach wiederholst du die letzte Übung ​3 x, jeweils mit einer Schrittrunde (absteigen und führen) dazwischen.
​Zuletzt steigst du wieder ab und  führst ​dein Pferd zum Abschluss noch ein paar Runden Schritt.

​Zweiter Monat

Aufbau und Weg bleibt gleich. Nur anstatt Trab, verwendest du jetzt ausschließlich den Galopp. Du startest nun bei C im Galopp linke Hand, 1 Runde ganze Bahn im möglichst flotten Galopp-Tempo. Nach zwei Runden ganze Bahn parierst du bei C durch, steigst ab und führst dein Pferd eine Runde „Ganze Bahn“ im Schritt. Danach steigst du bei C wieder auf und wiederholst das Ganze auf der rechten Hand (2 Runden ganze Bahn). ​Jetzt steigst du bei C wieder ab und führst dein Pferd wieder eine Runde „Ganze Bahn“ im Schritt.

Anschließend startest du wieder bei C auf der linken Hand, gehst auf die Ganze Bahn und bei A auf den Zirkel 1 x herum
und anschließend wieder ganze Bahn bis zu C. Danach wieder eine Schrittrunde. ​Nun wiederholst du das ganze auf der rechten Hand und legst wieder eine „Pause-Runde“ ab C ein.

Für die nächste Übungsabfolge startest du wieder bei C, gehst auf der linken Hand ganze Bahn und reitest dann 2 Runden auf dem Zirkel bei A und anschließend wieder weiter zu C. Bei C gibt’s wieder eine Schritt-Runde führen und danach machst du die Übung nochmal auf der rechten Hand. Nach einer Schritt-Pause-Runde startest du wieder linke Hand bei C und gehst ganze Bahn. Bei A gehst du auf den Zirkel einmal 1,5 x herum, vor X (Pylonen-Tor) parierst du durch zum Trab und galoppierst rechts an und gehst auf den unteren Zirkel bei C 1,5 x herum, und reitest dannn (auf der rechten Hand) wieder zu C und legst eine Schrittrunde mit führen ein.

Danach wiederholst du die letzte Übung ​3 x, jeweils mit einer Schrittrunde dazwischen.

Dritter Monat

Der Aufbau bleibt immer noch der gleiche. Du startest im Trab wieder linke Hand bei C und gehst ganze Bahn. Bei A gehst du auf den Zirkel einmal 1,5 x herum, bei X (Pylonen-Tor) wechselst du dann durch den Zirkel und gehst auf den unteren Zirkel bei C 1,5 x herum, und reitest dann (auf der rechten Hand) wieder zu C und legst eine Schrittrunde mit führen ein. Danach wiederholst du diese Übung ​4 x, jeweils mit einer Schrittrunde (absteigen und führen) dazwischen.
Danach machst du die gleiche Übung ​4 x im Galopp mit durchparieren und neu angaloppieren bei X.

Vierter Monat

Im vierten Monat stehen „Ganze Bahn“, „einfache
Schlangenlinie“ und „durch die ganze Bahn wechseln” auf
dem Plan. ​
Du führst dein Pferd zunächst 10 Minuten im flotten Schritt.
Danach steigst du auf. Dein Start- und ​Zielpunkt ist immer C. Du startest nun also bei C im Trab und reitest 1 Runde auf der linken Hand ganze Bahn im möglichst flotten Trab-Tempo. Die Ecken werden nun mehr nicht mehr so viel abgerundet​.


Nach zwei Runden ganze Bahn auf der linken Hand, parierst
du bei C durch, steigst ab und führst dein Pferd eine Runde
„Ganze Bahn“ im Schritt zur Erholung. Danach steigst du bei C wieder auf und wiederholst das Ganze auf der rechten Hand (2 Runden ganze Bahn). Anschließend steigst du bei C wieder ab und führst dein Pferd wieder eine Runde „Ganze Bahn“ im Schritt.

Muskelaubau Pferd: Übung einfache Schlangenlinie und Ganze Bahn wechseln

Muskelaubau Pferd: Übung einfache Schlangenlinie und Ganze Bahn wechseln

Nun startest du wieder bei C auf der linken Hand,gehst eine runde auf die Ganze Bahn und nach der Ecke bei C startest du deine einfache Schlangenlinie. Bei C wiederangekommen parierst du wieder durch. Danach führst du wieder eine Runde ganze Bahn im Schritt. Dann wiederholst du das ganze auf der rechten Hand und legst anschließend wieder eine „Pause-Runde“ ab C ein.

Diese Übung wiederholst du insgesamt noch 3 x, jeweils mit einer Schrittrunde dazwischen.

Für die nächste Übungseinheit  startest du wieder bei C, gehst auf der linken Hand ganze Bahn und reitest dann 1 Runde ganze Bahn. Nach C gehst du wieder auf die Schlangenlinie und wenn du wieder bei C ankommst, wechselst du bei H durch die ganze Bahn zu F. Bei F gehst du (rechte Hand) wieder zu C. Bei C steigst du wieder ab und führst eine Runde Schritt.

Im Anschluss wiederholst du die Übung. Bei C gibt’s wieder eine Schritt-Runde führen und danach machst du die Übung nochmal auf der rechten Hand. Diese Übung wiederholst du dann noch ​3 x, jeweils mit einer Schrittrunde dazwischen. Danach steigst du ab und führst die Pferd zum Abschluss noch ein paar Runden Schritt.

Fünfter Monat

Der Aufbau und der Weg bleibt der gleiche wie im vierten Monat. Nur anstatt Trab, verwendest du jetzt ausschließlich den Galopp. Dein Start- und ​Zielpunkt ist immer C. Du startest nun ​bei C im Galopp und reitest 1 Runde auf der linken Hand ganze Bahn im möglichst flotten Galopp-Tempo. Die Ecken werden nun mehr nicht mehr so viel abgerundet.
Nach zwei Runden ganze Bahn auf der linken Hand, parierst du bei C durch, steigst ab und führst dein Pferd eine Runde Ganze Bahn im Schritt zur Erholung. Danach steigst du bei C wieder auf und wiederholst das Ganze auf der rechten Hand (2 Runden ganze Bahn). Jetzt steigst du bei C wieder ab und führst dein Pferd wieder eine Runde „Ganze Bahn“ im Schritt. Anschließend startest du wieder bei C auf der linken Hand, gehst eine runde auf die Ganze Bahn und nach der Ecke bei C startest du deine einfache Schlangenlinie. Bei C wieder angekommen parierst du wieder durch. Danach führst du wieder eine Runde ganze Bahn im Schritt. Dann wiederholst du das ganze auf der rechten Hand und legst anschließend wieder eine „Pause-Runde“ ab C ein. 
Diese Übung wiederholst du insgesamt noch 3 x, jeweils mit
einer Schrittrunde dazwischen.

Für die nächste Übung startest du wieder bei C, gehst auf der linken Hand ganze Bahn und reitest dann 1 Runde ganze Bahn. Nach C gehst du wieder auf die Schlangenlinie und wenn du wieder bei C ankommst, wechselst du bei H durch die ganze Bahn zu F. Kurz vor F parierst du durch zum Trab und nach F, kurz vor der Ecke galoppierst du rechts an gehst dann (rechte Hand) wieder zu C. Bei C steigst du wieder ab und führst eine Runde. Im Anschluss wiederholst du die Übung. Bei C gibt’s wieder eine Schrittrunde und danach machst du die Übung nochmal auf der rechten Hand. Diese Übung wiederholst du dann noch 5 x, jeweils mit einer Schrittrunde dazwischen.

Sechster Monat

Ab dem sechsten Monat kannst du die Schrittpausen reiten und musst nicht mehr absteigen und führen, weil dein Pferd nunmehr schon gut Muskulatur aufgebaut haben sollte. Nun kannst du dir jeweils selber eine kleine „Aufgabe“ mit den Bestandteilen „ganze Bahn“, „Zirkel“, „einfache Schlangenlinie“ und „durch die ganze Bahn wechseln“ überlegen, die du zuerst im Trab und dann im Galopp reitest. Nach jeder „Aufgabe“ legst du zur Entspannung eine
Schrittpause „Ganze Bahn“ ein. Danach gehst du bei sämtlichen „Dressuraufgaben“ gleich vor. Du denkst dir immer im Vorhinein eine konkrete Linie aus und reitest diese dann vom „Start“ bis zum „Ziel“ durch. ​

Baustein III – Selbständiges Springen für den Muskelaufbau


Erste Einheit

Muskelaufbau Pferd: Anfangsübung Springen in Stangengasse

Muskelaufbau Pferd: Anfangsübung Springen in Stangengasse

Du baust dir nebenstehende Übung auf.

Auf der Mittellinie baust du dir eine Stangengasse auf
(Abstand zwischen den Stangen 5 Füße bei Schuhgröße 37). Von X Richtung A liegen jeweils zwei Stangen parallel zur langen Seite. Wenn dein Pferd schon springgeübt ist, kannst du  ​von X Richtung C ​ebenfalls 2 Stangen parallel zur langen Seite aufbauen
. An diese Stangen Richtung A legst du dir dann jeweils links und rechts Trichterstangen, welche in die Reitbahnecken zeigen.

ACHTUNG: Bei ungeübten Pferden (und Reitern) die Stangen von X Richtung C bitte weglassen, damit sie nicht versehentlich drauftreten oder der Reiter bei einem Sturz darauf landet.

Bei X stellst du dir direkt anschließend an die Enden der Stangen (also zwischen zwei Stangenenden) jeweils links
und rechts die Steher für das Hindernis. Für das Hindernis
selbst werden noch zusätzlich 3 Stangen benötigt und zudem ein Cavaletti.

Zuerst wird das Pferd 10 Minuten im flotten Schritt geführtund auch mit den Stangen und Pylonen vertraut gemacht.

Du startest beim Pylonentor bei E im Trab (auf der linken Hand), wendest bei C auf die Mittellinie und reitet im Trab
durch die Stangengasse durch und bei dem letzten Pylonentor vor C wendest du nach links, reitest bis B und machst dort kurze Stehpause von mindestens 1 Minute. Dann wiederholst du die Übung auf der anderen Hand. Du startest also bei Pylonentor bei B im Trab (auf der rechten Hand), wendest bei A auf die Mittellinie ab, reitest durch die Stangengasse hindurch, wendest nach dem Letzten Pylonen-Tor bei C nach links und machst bei E Pause von mindestens einer Minute.


Dieser Weg bleibt für die gesamte Übung immer gleich. Im nächsten Durchgang trabst du wieder bei E (und danach auf der anderen Hand bei B) an und fasst die Zügel in der Stangengasse nur an der Schnalle an. In der nächsten Runde machst du einen Knoten in die Zügel, sodass sie insgesamt kürzer sind und trabst wieder bei E (B) los. Sobald du die Trichterstangen erreichst, lässt du die Zügel komplett los, breitest deine Arme seitlich aus (sodass sie über die Hindernissteher schweben beim Durchreiten) und lässt dein Pferd völlig frei und alleine durch die Stangengasse
traben.

Die Stangengasse gehört dem Pferd – hier wird nicht getrieben oder gebremst. Wenn dein Pferd zu langsam durch die
Stangengasse dahinschlurft, musst du VOR der Stangengasse einmal kurz und fest für das notwendige Tempo sorgen.
Diese Übung wiederholst du ​2 x anschließend auf jeder Hand (oder noch länger, wenn du dich noch immer unsicher fühlst im effektiven leichten Sitz) ohne Pausen bei E/B.

Danach steigst du ab, entfernst die Steher und stellst an deren Stelle das Cavaletti auf die niedrigste Stufe (wie eine
Bodenstange). Achte bitte darauf, dass das Cavaletti wirklich mittig in der Stangengasse steht. Nun steigst du wieder auf, trabst bei E/B an, bei erreichen der Trichterstangen lässt du die (zusammengeknoteten) Zügel wieder los. Dein Pferd wird nun vermutlich – in Anbetracht des Cavalettis – etwas langsamer werden und den Kopf
senken. Lass es das machen! Dadurch lernt es taxieren. Es ist egal, wenn das Pferd am Anfang zu langsam läuft. Sobald es weiß, was es zu tun hat, wird es wieder mehr vorwärts gehen. Du bleibst einfach nur oben Sitzen, drückst vor dem Cavaletti beide Fersen nach vorne oben und deinen Hintern nach hinten unten an den Pferderücken und schaust zu C.

Dieses Traben über die Stangen mit losgelassenem Zügel machst du ebenfalls ​3 x auf jeder Hand wieder ohne Pause bei E/B. Anschließend erfolgt eine Pause von 5 Minuten ohne Reiter. Bei der nächsten Übungseinheit hältst du deine Hände bei Erreichender Trichterstangen jeweils seitlich am Pferdehals und stützt dich ein wenig (nach hinten, sodass du nicht so leicht nach vorne über fällst) ab und öffnest deine Fäuste, sodass das Pferd die Zügel durch deine Finger durchziehen kann, wenn es den Kopf tiefer nimmt. Diese Übung machst du ebenfalls ​3 x auf jeder Hand. Anschließend erfolgt wieder eine Pause von 5 Minuten ohne Reiter.

Nun stellst du das Cavaletti auf die höchste Stufe (je nach modell zwischen 30 und 40 cm hoch). Dann steigst du wieder auf, trabst bei E/B an. Bei Erreichen der Trichterstangen drückst du eine Fersen nach vorne oben, und stützt dich mit deinen Händen seitlich am Pferdehals ab und öffnest deine Fäuste und schaust einfach nur durch die
Pferdeohren zu A. Das Pferd wird ebenso wie beim niedrigen Cavaletti am Anfang – auch vor dem höheren Cavaletti langsamer werden und den Kopf senken. Bitte hier nicht aus Angst vorm Stehenbleiben die Nerven verlieren und treiben. Es macht absolut nichts wenn das Pferd stehen bleibt – dann muss es halt aus dem Stand über das Cavaletti drüber. Diese Höhe schafft absolut JEDES Pferd aus dem Stand. Es passiert absolut nichts und das Pferd gewöhnt sich dadurch das stehenbleiben auch nicht an – zumindest nicht auf diesem absoluten Grundniveau.

FALLS DAS PFERD VOR DEM CAVALETTI IM TRAB
STEHEN BLEIBT:

Stehenlassen in der Gasse am langen Zügel, damit es das Cavaletti beschnuppern kann. Danach: Oberkörper abducken, eine Hand greift in die Mähne, Fersen nach vorne oben drücken und einmal einen deutlichen Klaps mit der Gerte auf die Schulter. Es ist für den Anfang völlig egal, ob das Pferd über das Cavaletti drüber springt oder irgendwie im Schritt drüber klettert. Das kommt erst später. Für dieses erste mal Springen ist nur wichtig, dass es irgendwie drüber muss, damit es lernt, dass kein Weg daran vorbeiführt. Wenn das Pferd über das Cavaletti anstandslos drüber
gesprungen ist, dann wiederholst du das noch 2 Mal auf jeder Hand.
Wenn das Pferd ​Cavaletti-Springen funktioniert hat, kannst du auch ein kleines Kreuz versuchen. ​Die niedrigste Stelle des Kreuzes soll gleich hoch sein wie das zuvor aufgestellte Cavaletti (ca. 30 bis 40 cm). ​Auch hier gehst du jetzt gleich vor wie beim Springen vom Cavaletti – und zwar genau gleich. Denn vermutlich wird das Pferd auch hier erstmal schauen müssen, weil sich jetzt die Farbe oder die Art des Hindernisses geändert hat.

Zweite Einheit


In der zweiten Einheit baust du dir bereits einen kleinen Parcours mit drei Hindernissen auf. Am besten verwendest du nebenstehenden Aufbau. Auch hier fängst du wieder mit den reinen Stangengassen an und steigerst die Anforderungen schrittweise. 

Weiterer erster Monat

Genau so wie du dieses erste Springen angegangen bist mit der
Stangengasse und dem stufenweisen Aufbau, so gehst du in dem ersten Monat immer vor. Nachdem sich die Pferde relativ schnell langweilen, brauchst du für jede Springeinheit einen neuen Aufbau, den du dann ebenso stufenweise steigerst. Im ersten Monat werden die Hindernisse nur aus dem Trab angeritten.

Muskelaufbau Pferd: Anfangsübung: 3 Hindernisse Parcours mit Stangengassen

Muskelaufbau Pferd: Anfangsübung: 3 Hindernisse Parcours mit Stangengassen

WICHTIG!
Es geht beim Springen IMMER darum, dass das Pferd für den Muskelaufbau den kompletten Bewegungsablauf des Sprungs (Hals senken, Widerrist heben, Hinterbeine unter den Körper bringen und Abdrücken) bei jedem Sprung völlig selbständig durchmacht.

Die Höhe liegt im ersten Monat bei Cavaletti-Höhe (ca. 30 bis 40 cm, je nach Cavaletti-Modell) oder kleine Kreuze, bei denen die Tiefste stelle ebenfalls bei 30 bis 40 cm liegt.

Zweiter Monat

Der stufenweise Aufbau und die Stangengassen bleiben auch im zweiten Monat. Jetzt kannst du die Höhe um ca. 10 cm erhöhen auf 40 bis 50 cm. Gesprungen wird weiterhin aus dem Trab und es sollte immer ein kleiner Parcours aus 3 Hindernissen absolviert werden. Die Hindernisse sind weiterhin Kreuze.

Dritter Monat

Im dritten Monat verwendest ebenfalls noch die Stangengasse, aber anstelle der Kreuze Steilsprünge ebenfalls in einer Höhe von 40 bis 50 cm. Gesprungen wird aus dem Trab.

Vierter Monat

Nun verwendest du ebenfalls die Stangengasse und nimmst als Hindernisse schmale Oxer (Entfernung 20 cm; WICHTIG: Die hintere Stange beim Oxer muss mit einer Sicherheitsauflage bestückt sein!). Die Höhe liegt ebenfalls noch bei 40 bis 50 cm und es wird aus dem Trab gesprungen.

Fünfter Monat

​Jetzt verwendest du für deinen Parcours alle drei Hindernisvarianten und zwar Kreuz, Oxer und Steilspurng. Gesprungen wird nun ohne Stangengasse, jedoch noch immer aus dem Trab. Die Höhe kannst du ​um 10 cm anheben, auf ca. 50 bis 60 cm.

Sechster Monat

Im sechsten Monat verwendest du nun wieder ​den Aufbau der ersten Einheit​und beginnst ​schrittweise wie in der allerersten Einheit, nur dass du dieses Mal im Galopp ​anreitest. Die Hindernishöhe bleibt hier ebenfalls bei ​40 bis 60 cm.

Übung IV – unterschiedliche Bodenverhältnisse


Der Baustein ​IV spielt sich nur im Schritt ab. Im Schritt sitzt du ​aufrechter und weiter vorne im Sattel mit dem Gesäp. Auch ​das Knie liegt ​etwas loser an, weil die Pferde ansonsten zu eilig im Schritt gehen. Bitte jedoch nicht den Fehler machen, einfach nur ganz „lose“ und wackelig oben zu sitzen. Im Schritt fängst du auch mit relative kurzen Zügeln an (wenn das Pferd den Kopf hoch trägt), sodass du eine Verbindung aufbauen kannst. Die Zügelfäuste hältst du allerdings ganz locker, sodass das Pferd – wenn es mag – den Zügel zum Strecken des Halses durchziehen kann.

Erste Woche – kreative Linien im Schritt für den Muskelaufbau

Du suchst dir einen klassischen Landwirtschaftsweg mit grünem Mittelstreifen, der durch eine Wiese führt. Nun reitest
du große „Schlangenlinen“ immer quer über den Weg, sodass das Pferd immer einen Niveauunterschied des Bodens
überwinden muss. Das machst du jeweils 5 Minuten, dann anschließend 5 Minuten Schritt führen, dann wieder 5 Minuten, dann wieder 5 Minuten Schritt führen. ​Die Gesamtdauer ​beträgt ungefähr ein Stunde.

Zweite Woche – Bergauf und Bergab für den Muskelaufbau

Für die zweite Woche brauchst du einen Hang bzw. eine Steigung. Die Länge der Steigung muss mindestens ​1 Minute​
betragen (davor die Steigung selber gehen und die Zeit messen). Nun startest du am Beginn deiner Steigung und achtest auf ein flottes Tempo im Schritt (das Pferd soll sich nicht schlaff herumschleppen). Wenn es bergauf geht und die Pferde nicht nur dahinschleichen, werden sie den Hals dehnen. Das musst du zulassen und die Zügel möglichst lang lassen.  Damit du selbst dabei nicht nach hinten fällst, kannst du dich im effektiven leichten Sitz an der Mähne festhalten. Du lässt dein Pferd solange bergaufgehen, wie es das aktive Tempo beibehalten kann. Sobald es langsamer wird, machst du Pause. Jedenfalls aber nach maximal 1 Minute Bergauf gehen. Dann steigst du ab, machst eine Pause von 5 Minuten. ​Anschließend steigst du wieder auf und reitest die gleiche Strecke bergab. Beim Bergabreiten, musst du selbst deine Beine wirklich deutlich nach vorne Strecken. Das Pferd soll beim Bergabgehen den Kopf eher höher tragen. Auch hier bleibt die Zügelverbindung leicht. Wenn du wieder unten angekommen bist, steigst du wieder ab
und machst 5 Minuten Pause. ​Diese Übung wiederholst du dann noch 3 x, jeweils mit 5 Minuten Pause dazwischen.

Dritte Woche – Wurzelwege im Wald für den Muskelaufbau

Für die dritte Woche suchst du dir einen etwas durchwurzelten Waldweg. Dieser kann auch leicht (!) bergab, bergauf führen und kurvig sein. Bitte auch vorher abklären ob der Waldweg benützt werden kann. Aufpassen bei nassen Wurzeln – dieses können sehr rutschig sein. Der Wurzelweg sollte im normalen Menschen-Gehtempo ca. 1 Minuten lang sein (vorher selbst abgehen). Du reitest dann am möglichst langen Zügel und im sehr langsamen Schritt. Es geht nicht darum, den Weg möglichst schnell zu absolvieren. Das Pferd soll lernen, seine Beine ganz gezielt und koordiniert zu setzen und nicht einfach „irgendwie“ drüber zu stolpern. Am Ende des Weges machst du dann wieder 5 Minuten Pause. Anschließend reitest du den Weg gleich langsam wieder zurück und lässt das Pferd seine Beine sortieren. Danach gibt’s wieder eine Pause von 5 Minuten. Die Übung wird dann noch 2 x wiederholt, jeweils mit 5 Minuten Pause dazwischen.

Vierte Woche – Ab ins Wasser für den Muskelaufbau

Such dir einen Bach in der Nähe deines Stalls mit max. 50 cm Wassertiefe und ​flacher Böschung zum hin- und
hinausreiten (und klär vorher ab, ob du dort hinein reiten darfst). Der Bachverlauf sollte so lange geradeaus gehen, dass du im normalen Menschentempo ca. ​1 Minuten geradeaus darin gehen kannst. Zuerst gehst du den Weg im Bach (ohne dein Pferd) mit Gummistiefeln ab. Dabei überprüfst du, ob der Untergrund nicht zu rutschig und auch fest genug für ein Pferd ist (aufpassen bei Sand!) und ob große rutschige Steine im Bach-Weg liegen.

Du führst dein Pferd nun zu diesem Bach und steigst auf. Sobald ​dein Pferd ​im Wasser ist, lässt du es zunächst für
​1 Minuten in seinem langsamen Tempo vorwärts gehen, damit es den Boden kennen lernt. Nach 2 Minuten drehst du direkt im Bach um und reitest den gleichen Weg zurück zu deinem Wassereinstieg. Dann ​kletterst du wieder aus dem Wasser raus, steigst ab und machst ​5 Minuten Pause. Dann reitest du wieder in das Wasser hinein und diesmal lässt
du dein Pferd in einem aktiveren Schritt-Tempo durchs Wasser waten. Nach ​1 Minuten drehst du wieder im Wasser um und reitest im gleichen aktiven Tempo zurück. Dann verlässt du das Wasser wieder, steigst ab und machst ​5 Minuten Pause. Diese Abfolge wiederholst du dann noch 3 x und dann führst du dein Pferd wieder zurück zum Stall.


DAS ERSTE MAL FÜR UNERFAHRENE PFERDE/ REITER
Du stellst das Pferd gerade vor die Böschung und beugst den Oberkörper im effektiven leichten Sitz noch etwas weiter nach vorne, nimmst die Hände an den Hals und die Zügel entsprechend kurz, aber lose in den Fäusten, sodass dein Pferd bei bedarf den Zügel durch deine Hände durchziehen kann. Dann stemmst du deine ​Füße gegen die Steigbügel nach vorne (Richtung Pferdekopf). Normalerweise wird dein Pferd nun entweder einen Schritt Richtung Böschung machen oder den Hals senken. Werde an dieser Stelle nicht ungeduldig, sondern warte einfach ein bisschen ab. Dann versuchst du es nochmal und gibst dieses mal deinem Pferd einen leichten aufmuternden Klaps mit der Springklatsche an der Schulter. Dein Pferd wird – damit es das Wasser und die Böschung genauer betrachten
kann – den Kopf senken – das musst du es machen lassen. Normalerweise klettern die Pferde dann langsam Schritt für
Schritt die Böschung hinunter und bleiben direkt vor dem Wasser nochmal stehen. Sie wollen dann den Kopf nochmal
ganz Tief nehmen um das Wasser zu erkunden. Lass es einfach zu, dass dein Pferd den Kopf bis ganz zum Wasser runter nehmen kann und viellicht etwas Wasser trinkt. Wenn es das Wasser dann erkundet hat, forderst du es zu einem weiteren Schritt ins Wasser auf. Die meisten Pferde fangen dann, wenn sie im Wasser sind an mit dem Vorderbein im Wasser zu „plantschen“, damit sie die Tiefe und den Untergrund abschätzen können. Bei manchen ist es aber auch schon die Vorbereitung für ein nasses Bad – deshalb aufpassen, dass sich dein Pferd nicht hinlegt (ja, ich spreche hier aus eigener nasser, kalter Erfahrung).

Folgende Monate

Diese im ersten Monat vorgestellten 4 Möglichkeiten baust du nun in jedem Monat einfach Stückweise länger aus. Die Übung mit dem Landwirtschaftsweg kannst du in den nächsten Monaten dahingehend abändern, dass du dir andere
Landwirtschaftswege suchst oder anstatt der Schlangenlinien den „Schlaglöchern“ oder Regenlöchern ausweichst. Weiters kannst du jedes Monat die Reitzeit um eine Minute erhöhen – die Pausenzeit von 5 Minuten bleibt allerdings b
is zum 6. Monat bestehen.


Die Übung mit dem Bergaufreiten kannst du jedes Monat um eine Minute verlängern, die Anzahl der Wiederholungen um eine Wiederholung erhöhen oder dir eine ​steilere Streigungsstrecke suchen. Die Pausenzeiten von 5 Minuten bleiben auch hier bis zum 6. Monat bestehen.


Bei der Übung mit dem Wurzelweg kannst entweder die Länge des Weges jedes Monat um eine Minute steigern oder du nimmst andere – für das Pferd neue – Wurzelwege.


Beim Wasserreiten durch den Bach ist es am Einfachsten, wenn du die Möglichkeit hast, die Zeit des Wasserwatens um eine Minute zu steigern. Die Pausenzeiten bleiben aber ebenfalls bis zum 6. Monat bestehen.

7. Überarbeiten des Trainings- und Futterplans für den Muskelaufbau

Du hast dir nun also einen Trainingsplan und auch einen Futterplan für dein Pferd gemacht und weißt nun auch, welche Bestandteile diese haben müssen und kannst praktisch sofort loslegen.

Allerdings wird dein Trainingsplan und auch dein Futterplan Fehler haben. Fehler, die du aber leider erst bei der
praktischen Umsetzung herausfinden wirst. Das ist völlig normal, das geht jedem so und auch mir ist es mit meinem Pferd so ergangen. Je schneller du allerdings die Fehler in deinem Trainings- und Futterplan erkennst, desto schneller kannst du sie beheben und kommst dadurch auch schneller mit dem Muskelaufbau Pferd voran.

8. Häufige Fehler beim Muskelaufbau

Aufbau der Rückenmuskulatur durch Bodenarbeit

Wenn ein Pferd zu dünn ist und einen Body-Condition-Score bis 3/4 hat, schlagen viele Berater rund ums Pferd vor, zuerst ​​mit Bodenarbeit oder an der Hand Rückenmuskulatur am Pferd aufzubauen. Einfach weil es
teils unverantwortlich ​ist, ein Pferd in einem solchen Zustand zu reiten. Fakt ist allerdings, dass diese ganze gut gemeinte Bodenarbeit nicht der schnellste und beste Weg zum Muskelaufbau beim Pferd ist. Natürlich kann man auch mit Bodenarbeit einen Muskelaufbau erreichen – nur es dauert einfach viel viel länger. Während der Zeit des Auffütterns macht es durchaus Sinn, das Pferd mit Bodenarbeit und Spaziergängen zu beschäftigen, da dies natürlich auch das Körpergefühlt schult und den Kreislauf anregt. Allerdings soll man sich davon keinen schnellen Muskelaufbau erhoffen.

Übung „Rücken aufwölben“ machen

Tut mir leid, aber die tolle Übung „Rücken aufwölben“ bringt für den Muskelaufbau selbst nur sehr wenig – das Pferd ​ hebt bei dieser Übung aus Reflex maximal eine ​halbe Minute seinen Rumpf. Danach lässt es ihn einfach wieder nach unten sacken. Und ganz ehrlich: diese ​halbe Minute macht das Kraut bzw. den Muskel einfach nicht fett. Ich bin ein absoluter Fan von mobilisierenden Übungen für das Pferd – versteh mich nicht falsch. Aber diese Dinge laufen bei mir unter „Regeneration“ bzw. Erholung und Wellness und dafür sind sich auch gemacht. Sie sind nicht gemacht um aktiv
einen Muskelaufbau Pferd herbeizuführen.

Durch Longieren Rückenmuskulatur aufbauen

Jeder Reiter kennt die Standardanweisung: Wenn das Pferd durchgeht, soll es auf einen Zirkel abgewendet werden. Jeder Reiter weiß aus eigener Erfahrung: Auf dem Zirkel wird das Pferd (meist) automatisch langsamer. Jeder Reiter weiß auch, der Zirkel bringt auch ein ungehorsames Pferd am leichtesten an die Hilfen. Was bedeutet es nun, wenn das Pferd langsamer wird, wenn es brav wird? Es strengt sich nicht mehr an! Und was passiert für den Muskelaufbau? Genau. Nichts passiert mehr. Durch Longieren über Stangen (unausgebunden) oder auch durch Stangengassen (Equikinetic) kann man natürlich die Koordination und Balance verbessern und vieleicht wird sich auch langfristig ein geringer Muskelaufbau Pferd zeigen. Für einen wirklich effektiven und schnellen Muskelaufbau selbst strengen sich die Pferde jedoch üblicherweise beim Longieren viel zu wenig an. Es sei denn man gestaltet das Longieren sehr abwechslungsreich mit unterschiedlichen Linen, Cavaletti, kleinen Sprüngen usw. und baut sämtliche Bestandteile des Ganzkörpertrainings ein​.

Der schlimmste Fehler ist: Warten!

Das schlimmste was du allerdings machen kannst, ist mit dem Muskelaufbau nicht sofort zu starten. Sondern zu warten. Auf morgen. Auf übermorgen. Auf in 4 Jahren. Das schlimmste, was du machen kannst, ist einfach NICHTS zu tun un darauf zu warten, dass irgendwann dein Pferd auf wundersame Weise mit der perfekten Muskulatur in der Box aufacht – einfach so von selbst. Auch wenn es hart klingt: Das wird schlichtweg NIE, NIE und NIEMALS passieren! Sonder du musst etwas tun dafür. ​ Vergeude also keine wertvolle Zeit. Irgendwann ist dein Pferd alt und der Muskelaufbau viel schwieriger. ​ Deshalb starte JETZT!

​Was sind deine Erfahrungen und Probleme beim Muskelaufbau beim Pferd?

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